Archive for the ‘Chile’ Category

San Pedro de Atacama – Touristendorf in den Anden

Februar 4, 2010

Da ich in Calama die Kupfermine am Sonntag nicht besichtigen konnte, bin ich gleich nach San Pedro de Atacama gefahren, wo gleich nach der Ankunft meine chilenischen Freunde getroffen habe. Sie hatten schon eine Unterkunft, ein Zimmer auf nem Campingplatz, wo ich auch mit einziehen konnte! Ich habe meine Sachen abgestellt und bin am gleichen Tag mit auf eine Tour zum Tal des Mondes. Genial diese Landschaft, sieht echt aus wie auf dem Mond. Der Regen hat die Berge so ausgewaschen, dass viele kleine und grosse Pyraminden in den Farben rotbraun und grau eine Landschaft bilden, die aussieht wie man sich den Mond vorstellt. Bevor wir den wunderschoenen, beeindruckenden Sonnenuntergang in den Bergen beobachten konnten, ging es noch durch einen schmalen Hoehlengang, auch  alles vom Wasser ausgewaschen!

Am Anbend sassen wir dann gemuetlich auf dem Campingplatz mit den Besitzern und den Angestellten zu einem Tee zusammen. Es war Lustig, wir haben gescherzt, die Chilenen sind echt ein lustiges Volk und Ihnen gefiel es einen Deutschen zu treffen der nur Bloedsinn im Kopf hatte! Naja, der Lacher war dann, als das Campingplatzlama, zuerst mein neuer Freund, mich von oben bis unten angespuckt hatte! Mann das hat mal gestunken, im Gesicht, auf dem T-Shirt und an der Hose ueberall zerkautes, stinkendes mit Spucke vermischtes Gras – so ne Drecksau das Lama!

Am naechsten Tag mussten wir dann schon um halb 4 aufstehen, weil wir eine Tour zu den Geysern gebucht hatten. Geysers sind heisse Wasserstrudel, die an der Erdoberflaeche zum Vorschein kommen. Sehr interssant und beeindrucken. Die Tour ist so frueh morgens, weil die Dampffontaenen am kuehlen Morgen noch beeindruckender sind. Ja und nachdem wir die Geysers besichtigt hatten, ein Fruehstueck mit heissem Thermalwasser erwaermten Kakao zu uns genommen hatten, ging es in einen Thermaltuempel – ein kleiner See mit Thermalwasser. Das Wasser wird von der Erde – ich kann bestaetigen dass der Grund im Becken echt ziemlich heiss ist – aufgewaermt. Nach einer weiteren Fahrt duch die schoene Anden-Berglandschaft mit vielen Tieren und viel Natur, einer kleinen Rastpause in einem Dorf, das die Elektrizitaetsversorgung im Haushalt mit Hilfe von Solarmodulen (Isofoton) realisiert, die alle das TÜV-Rheinland Siegel besitzen, ging es zurueck nach San Pedro.

Die Maedels haben dann in der Chucacamati Kupfermine angerufen, wegen der Tour die ich machen wollte, die naechste Tour waere am Donnerstag gewesen und da ich nicht so lange warten wollte, beschloss ich die Mine auszulassen (was mir sehr Leid tat) und nach Salta zu gehen. War dann deprimiert, weil alles danach aussah, dass sich mein kurzfristiger Entschluss als alles andere als Einfach entpuppte, Busse voll, Umweg nur ueber Santiago usw. aber schliesslich konnte ich dann doch ein Ticket fuer den naechsten Tag bekommen.

Wie sich am naechsten Tag herausstellte, war das Ticket fuer den Sohn von meinem Nebensitzer gedacht, der doch nicht mit seinem Vater nach Argentinien wollte – Glueck fuer mich! Die Fahrt nach Salta/Argentinen war sehr lange, aber es ging nochmal ueber die schoene Anden-Bergwelt, beeindruckend. Die Region Jujuy im Norden Argentiniens ist meiner Meinung nach am schoensten, ich war ja schonmal dort – allerdings in Tilcara und Humahuaca. Aber einfach genial, Berge und Felsen in den Farben rot, gruen, grau, orange, gelb und blau.

Hier noch ein paar Kommentare zu San Pedro und der Busfahrt:

español: Voy llamar la llama que me lama!

gesprochen: Voi schamar la schama ke me lama!

deutsch: Ich werde das Lama anrufen das mich leckt!

Die Chilenen tanzen den „bailo de los andes“ – ich habs gelernt, aber was tanzen die Deutschen? Walzer, Schuplattlern? Bin dann schliesslich zu dem Schluss gekommen dass ein typische deutsche Art zu „tanzen“ das Bierbankschunkeln ist und die Chilenen habens gelernt – die sind echt talentiert und zu meinem grazioesem Gesang: „Muss i denn zum Staedele hinaus“ konnte keiner ruhig auf der Bank sitzen bleiben…

Sei immer darauf bedacht, dass dein Nebensitzer auf Busfahrten eventuell Fotografien von enbloessten, gutaussenden, jungen Frauen, die sich gegenseitig in nich jungendfreien Posen die Zunge rausstrecken, in seiner Jackentasche hat und dir zur schau stellt!

Es gibt Leute die haben Briefmarkensammlungen, es gibt Leute die haben Muenzsammlungen und es gibt Leute die haben eine Sammlung von Pornofilmen wie mein Busnachbar, der mir alle Namen seines Bestandes in spanisch zu Gemuete fuerhte.

Nicht zu nahe an Lamas herantreten – die Mistviecher spucken!

Lamaspucke ist nich sehr gutriechend!

In heissen Bergthermalbaedern sollten man besser nicht die Hande auf den „Beckengrund“ bringen!

Ich mag die Lamas, ich streichel Sie und esse Sie!

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Arica – la ciudad del muerte

Januar 31, 2010

Vielleicht versteht Ihr die Ueberschrift? Es ist spanisch und bedeutet die Stadt des Todes! Warum ich die Ueberschrift dieses Eintrages so nenne hat mehrere Gruende: zum einen laueft man auf der Strasse und am Strassenrand sind lauter Tierkadaver, Voegel, Hunde die sehr unangenehm riechen, im Hafen werden tote Fische und Fischskelette an Seeloewen und Pelikane verfuettert und ueber der Stadt kreisen tausende schwarze Voegel, eine Art Adler, nur viel haesslicher – mit kahlen, roten Koepfen- erinnern an Geier! Was noch geschah und mich total geschockt und schlechte Erinnerungen hervorgerufen hat war, dass in der letzten Nacht, keine 50 m vom Hostel ein scherer Autounfall war- hab nur das Autowrack gesehen und wollte nich mehr sehen!!

Naja, der Rest war eigentlich supergut. Wurde vom Busbahnhof von einem Schweizer abgeholt, der auf Suche nach Leuten fuer das Hostel in dem er schlief war, und das Hostel ist echt genial. Die Jenny aus Frankreich hat das Arica Unite Backpackers 2 Wochen eroeffnet, super sauber, wie ein Palast, die Leute supersympatisch! Am 2. Abend haben wir Pizza gebacken und zu Suedamerikanischen Rythmen die Bude gerockt, danach gabs noch ein Nachbad (nicht nackt!!) im Pazifik.

Der Pazifik – zumindest in Arica- ist schmutzig, sehr salzig und es gibt viel Muell am Strand! Der Sand ist nicht schoen, aber jemand der brasilianische, weisse Sandstraende mit kristallklarem Wasser gewohnt ist, ist in der Hinsicht etwas kritischer!

Am 1. Tag habe ich mit 3 Chilen den Hausberg Aricas erklommen, 15 Minuten Fussmarsch vom Zentrum, aber die Aussicht ist genial. Wir haben den Sonnenuntergang angschaut und ich habe viele Bilder in Taekwondo-Kampfposen vor dem Sonnenuntergang schiessen lassen.

Am 2. Tag habe ich dann eine Tour in den Lauca Nationalpark gemacht. Es waren 11 Stunden im Minibus, der Guide hat immer an den sehenswerten Orten angehalten und – auf spanisch – alles erklaert. War echt schoen und interessant. Wir haben eine weltweite einmalige Kaktusart beguachtet, Lolly das Lama gesehen, gefuettert gestreichelt und das Lumpeviech hat mich angespuckt – verdammt! Auch hier eine wunderschoene Bergwelt mit vielen Lama- und Alpackaherden, schneebedeckte Berge und Vulkanen im Hintergrund, vielen Tieren auf dem Weg, historische Kirchen und der letzte Halt vor dem Rueckweg war an einem Bergsee auf 4500 m Hoehe.

Die Kurzkommentare kommen ja scheints gut an: Hier noch ein paar ueber Arica:

– Nicolas: Die Hunde in Arica sind sehr ruhig! (Mist, weiss nicht wie ich „tranquilo“ ins Deutsche uebersetzen soll!)

– Ich: Hahaha, ja du hast recht, die Hunde hier sind sehr sehr ruhig!!!

Jòse: Die Adler fressen Tierkadaver und am liebsten Deutsche!

Ich bin Deutscher und kein Franzose!

Los Chilenos son muy malos, robaram los Bolivanos al mar!

Ich zu Jenny: Wir sind Europaeer, wir koennen nicht so tanzen wie Lationos, ahh!

In 4000 m hoehe ist es besser nicht den Berg hoch zu rennen, die Kosequenzen spuert man sehr schnell!

Im Reisebuero: Vor der Tour bitte kein Saft trinken, keine Milch trinken, kein Joguhrt essen  und ueberhaupt keine Milchprodkte essen, kein Wasser mit Kohlensaeure mitnehmen und nur ein leichtes Fruehstueck essen! Ich dachte mir nur: „Was soll der scheiss, ich geh auf ne Bustour und nicht ins Krankenhaus!“

Ohh aus Deutschland: Hitler, Beckenbauer, Mayer

Ich zu meinem Nebensitzer im Bus: Und wie ist der Grenzuebergang zwischen Chile und Brasilien?

Meiner neuer chilenischer amigo: Der Grenzuebergang zwischen Chile und Brasilien ist auch gut in Betrieb, viele Leute kaufen in Brailien billig ein!

Ich: Mhhm, claro amigo!! (in Gedanken: haha verarscht, es gibt keine Grenze zw. Chile und Brasilien)

Die peruanische Post schickt sogar Pakete auf den Mond!

Chilenen haben schlechtes Allgemeinwissen, keiner im Bus konnte mir sagen wie viele Einwohner Chile hat, wie viele Einwohner Arica und schon gar nicht wie viele Leute in Santiago leben!

Fast jeder 2. Chileno ist aus Santiago!